Reifen

Die Reifen der Rennräder

Ein guter Rennradreifen soll alles können. Er soll möglichst leicht sein, möglichst wenig Rollwiderstand bieten, am besten total pannensicher sein und dabei auch noch gut aussehen, ein echtes Multitalent also.

Leider gibt es diesen perfekten Rennradreifen nicht, sondern immer nur einen Kompromiss aus allen Eigenschaften, der auf die Fahrbahnbeschaffenheit angepasst werden muss. Anfang der 90ger Jahre des letzten Jahrtausends wurden gute Rennradreifen vor allem durch Ihre Dicke definiert. Mehr als 18mm Dicke durften es nicht sein. Diese Reifen hatten aber vor allem ein Problem: Sie gingen leicht kaputt und der Fahrkomfort war mehr als schlecht. Inzwischen haben sich Dicken zwischen 20mm und 28mm etabliert, dickere Pneus sorgen für einen höheren Fahrkomfort, der gerade bei längeren Strecken ziemlich wichtig werden kann. Dabei ist der Rollwiderstand auch bei dickeren Reifen genauso gering wie bei den sehr dünnen.

Um die Pannensicherheit bei Rennradreifen weiter zu verbessern, experimentieren viele Hersteller mit neuartigen Werkstoffen, um den Reifen bei wenig Gewicht möglichst stabil zu machen. Unter der normalen Gummilauffläche befinden sich bei jedem besseren Rennradreifen eine oder mehrere Schichten spezieller Fasern, die extrem schnittfest sein sollen. Hierfür werden Materialien wie Kevlar oder Aramid verwendet. Außerdem testen Hersteller Nylonfäden, die mit Aramidfasern ummantelt sind, um die Rolleigenschaften des Reifens noch zu verbessern.

Profil der Reifen

Theoretisch benötigen Rennradreifen kein Profil und gerade im professionellen Bereich haben sich Slicks auch durchgesetzt. Anders als beim Auto-Reifen, bei dem ein fehlendes Profil bei Nässe zum Aquaplaning führen kann, sind Fahrradreifen so dünn, dass der Reifen gar nicht erst aufschwimmen kann. Profillose Reifen haben außerdem den Vorteil, dass sich in ihnen keine Fremdkörper festsetzen können, die den Reifen langsam durchdringen. Damit auch profillose Rennradreifen eine optimale Performance bei Nässe liefern können, muss die Gummimischung allerdings relativ weich sein, damit der Grip gewährleistet bleibt.

Den perfekten Reifen wird es niemals geben, es werden sich immer Pannensicherheit und Gewicht entgegenstehen, denn hohe Sicherheit benötigt mehr Material und damit mehr Gewicht. Auch hervorragende Hafteigenschaften stehen einem möglichst geringem Abrieb im Wege. Deswegen sind Rennradreifen immer nur auf bestimmte Einsatzzwecke angepasst, aber nicht optimal für jeden Straßenbelag und für jedes Wetter. Es gibt allerdings einige Allround-Reifen, die recht gute Ergebnisse bei den meisten Straßen- und Wetter-Verhältnissen liefern.

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